Die kürzlich aktualisierte S3-Leitlinie bestätigt Mesalazin (5-ASA) als Erstlinien-Therapie bei leichter bis mäßig aktiver Colitis ulcerosa (CU).[1] Für die Induktion der Remission lässt sich die Dosis je nach Entzündungsaktivität und Befallsmuster durch orale, rektale und kombinierte Gabe individuell anpassen.1 Auch für den Remissionserhalt wird 5-ASA empfohlen – dauerhaft.1 Wie eine aktuelle Meta-Analyse bekräftigt, steigt bei Absetzen von Mesalazin das Rückfallrisiko deutlich.[2]
Berlin, 17. April 2026 – Erstmals wurden umfangreiche Daten von 7.200 CU-Patienten in Remission ausgewertet (16 RCTs, 13 Kohortenstudien).2 Demnach war das Absetzen der oralen 5-ASA-Monotherapie mit einem um 60 % erhöhten Risiko für klinisch und endoskopisch nachweisbare Rückfälle in den folgenden 6-12 Monaten verbunden (RR 1,60; 95 % CI 1,25–2,05 im Vergleich zu CU-Patienten mit fortgesetzter Mesalazin-Therapie).2 Bei rektalem 5-ASA betrug das relative Risiko für einen Rückfall in den 12 Monaten nach Beendigung der Therapie sogar 2,03 (95 % CI 1,58–2,61).2
Die Sensitivitätsanalyse mag überraschen: In klinischer Remission zeigte sich das Risiko für einen Rückfall zwar eher gering (RR 1,20; 95 % CI 0,90–1,60), erhöhte sich aber bei endoskopischer Remission deutlich (RR 1,84; 95 % CI 1,51–2,25).2 Bei histologischer Remission stieg das Rückfallrisiko sogar auf mehr als das Doppelte an (RR 2,40; 95 % CI 1,66–3,48).2 Eine tiefere Remissionsebene schützt demnach nicht vor einem Wiederaufflammen der Entzündung nach Absetzen der oralen oder rektalen 5‑ASA‑Therapie.2
Die Meta-Analyse unterstreicht damit die Bedeutung einer konsequent fortgeführten 5-ASA-Behandlung – auch in tiefer Remission.2 Für den Versorgungsalltag spielt dabei die Einnahmebelastung eine Rolle.[3] Höhere Mesalazin‑Wirkstärken pro Tablette – als Surrogat für eine geringere Tablettenlast – waren in einer aktuellen Real‑World‑Analyse mit 12.122 Patienten mit einer besseren Persistenz und Adhärenz über zwölf Monate assoziiert.3
Yaldigo® 1600 mg von Tillotts bietet die derzeit höchste Mesalazin-Einzeldosis pro Tablette und ist bewilligungsfrei erstattungsfähig (Grüne Box).[4] Ein optimierter zweistufiger pH- und Enzym-getriggerter Freisetzungsmechanismus gewährleistet, dass das 5-ASA seine Wirkung gezielt im Kolon bis hin zum Rektum entfalten kann.[5],[6] In der Akuttherapie werden 2 bzw. 3 Tabletten 1 x täglich genommen, in der Erhaltungsphase reicht 1 Tablette täglich.4,5,6