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Colitis ulcerosa Info

Studie bei CED zeigt: Mesalazin-Therapie ist auch bei Kinderwunsch sicher

Berlin (Deutschland), 20. Dezember 2022 – Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) werden oft im jungen Erwachsenenalter diagnostiziert. Wie therapiert man Menschen mit Kinderwunsch, wenn sie z. B. an einer Colitis ulcerosa (CU) leiden? Für Mesalazin (5-Aminosalicylsäure, 5-ASA) zeigt eine großangelegte, kontrollierte Untersuchung nun: Die Therapie ist bei angehenden Vätern und Müttern auch für das Kind sicher.[1]

Die dänische Kohortenstudie wertete landesweit die Gesundheitsdaten aller zwischen Januar 1997 und Dezember 2018 neugeborenen Kinder von Eltern mit einer CED-Erkrankung aus. In Dänemark werden Diagnosen und die Historie der Medikamenten-Verschreibungen aller Einwohner zentral erfasst. So ließen sich auch Neugeborene identifizieren, bei deren Vätern (N = 6.343) bzw. Müttern (N = 6.432) eine Colitis ulcerosa (CU) diagnostiziert war.1

Verglichen wurden die Daten Neugeborener, deren Eltern mit CED-Erkrankung kein 5-ASA-Präparat verschrieben bekommen hatten mit jenen, deren Vater in den 3 Monaten vor der Konzeption – d.h. von der Spermatogenese bis zur Empfängnis – ein 5-ASA-Präparat verschrieben bekam (N = 1.714 erhielten Mesalazin) oder deren Mutter während der Schwangerschaft ein 5-ASA-Medikament angewendet hatte (N = 2.712 erhielten Mesalazin).1

„Diese Studie ist extrem relevant und wertvoll für CED-Patienten, die Nachwuchs bekommen möchten“, sagt Dr. Florian Pöll, Zulassungsabteilung bei Tillotts Pharma Deutschland, Anbieter von Tabletten und Zäpfchen auf Basis des Wirkstoffs Mesalazin (Asacol®). „Bei einer Colitis ulcerosa gilt 5-ASA als bewährter Therapiestandard für leichte bis mittelschwere Schübe und zur Erhaltung der Remission.[2] Die Studie untersuchte für beide Elternteile die Sicherheit für das Kind.“

Nach Aussagen der Autoren ist dies die erste kontrollierte Studie bei CED, die die Sicherheit einer Anwendung von 5-ASA durch den Vater für das Neugeborene bewertet. Und es ist zugleich die größte Studie zur Frage, welche Auswirkungen eine 5-ASA-Therapie durch die schwangere Mutter auf das Kind hat.1 Das waren die Ergebnisse bei Neugeborenen von Eltern mit CU-Diagnose:

Kinder von Vätern, die in den drei Monaten vor der Empfängnis Mesalazin verschrieben bekamen, wiesen im Vergleich zu Neugeborenen von Vätern ohne Mesalazin-Therapie keinerlei signifikante Auffälligkeiten auf. Die adjustierten Odds Ratios (OR) für Frühgeburt, Small for Gestational Age (SGA) und niedrigen Apgar-Score (Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen, Reflexe) waren nicht erhöht. Gleiches galt für angeborene Anomalien, hier lag die adjustierte Hazard Ratio (HR) bei 1,04 (95% CI 0,76–1,42).1

Bei Kindern, deren Mütter eine diagnostizierte CU hatten und während der Schwangerschaft ein Mesalazin-Präparat verschrieben bekamen, zeigte sich im Vergleich zu Kindern ohne maternale Mesalazin-Exposition ebenfalls kein erhöhtes Risiko für Frühgeburten, geringen Apgar-Score oder angeborene Anomalien. Für Letztere betrug die adjustierte HR 0,86 (0,66-1,13).1

Die Autoren der Studie folgern aus ihren Ergebnissen, dass der Gebrauch von Mesalazin-Präparaten somit auch für angehende Väter und Mütter mit Kinderwunsch als sicher einzustufen ist.1