Mesalazin (5‑ASA) bleibt laut aktualisierter S3‑Leitlinie und ECCO‑Empfehlungen die Therapie der ersten Wahl bei leichter bis moderater Colitis ulcerosa (CU).1,2 Die Darreichungsform sollte an das Befallsmuster, die Krankheitsaktivität – und an die individuelle Patientenpräferenz angepasst werden.1,2 Denn neben der wirksamen Remissionsinduktion mit dem lokal wirkenden antiinflammatorischen Aminosalicylat ist eine gute Adhärenz während der langfristigen Erhaltungstherapie entscheidend, um Rezidive zu verhindern.1,2,3
Seit fast 40 Jahren ist 5-ASA die bewährte Basistherapie für einen Großteil der CU-Patient:innen; rund 85 % Fälle werden als leicht bis mäßiggradig eingestuft.4 Mesalazin führt meist rasch zu einem klinischen Ansprechen und kann eine klinische Remission induzieren.4 Es hilft zudem langfristig, eine steroidfreie klinische, endoskopische und histologische Remission aufrecht zu erhalten und weist ein insgesamt sehr gutes Sicherheitsprofil auf, das häufig mit Placebo vergleichbar ist.4 Damit Mesalazin seine Wirkung am Ort der Entzündung entfalten kann, spielt die Galenik eine maßgebliche Rolle.1,2
Da die Colitis ulcerosa immer im Rektum beginnt, profitieren Patient:innen mit distaler Manifestation besonders von einer Behandlung mit Suppositorien.1,2 Diese werden häufig besser toleriert als Einläufe oder Schäume und ermöglichen eine gezielte lokale Wirkstofffreisetzung sowie eine zuverlässige Retention im Rektum – entscheidende Faktoren für die Wirksamkeit der topischen 5‑ASA‑Therapie.1,2,4,5 Die schlanken ASACOL® Zäpfchen etwa bestehen aus Hartfett, schmelzen im Körper langsam auf und setzen 1 g Mesalazin frei, was einer empfohlenen Tagesdosis entspricht; für höhere Dosen ist kein Vorteil belegt.1,2,6
Bei Linksseitencolitis, ausgedehnter Erkrankung, ungenügendem Ansprechen und/oder mangelnder Adhärenz ist die Kombination mit bzw. der Wechsel zu oralem Mesalazin die präferierte Option.1,2,4 Eine einmal tägliche Gabe mit höherer Dosierung ist der mehrfach täglichen Einnahme nicht unterlegen und kann die Therapietreue relevant unterstützen.1,2,4,7 ASACOL® 1600 mg von Tillotts ist die Tablette mit der höchsten Mesalazin-Einzeldosis am Markt.8 In der Akuttherapie werden zwei bis drei Tabletten einmal täglich genommen, in der Erhaltungsphase reicht häufig eine Tablette täglich aus.6,9.10 Die OPTICORE™-Technologie ermöglicht dabei eine gezielte Freisetzung von Mesalazin im Kolon und unterstützt damit die lokale Wirkstoffverfügbarkeit am Ort der Entzündung.11
Therapietreue ist bei Colitis ulcerosa entscheidend: Aktuelle Daten zeigen, dass das Absetzen einer oralen 5-ASA-Monotherapie mit einem um 60 % erhöhten Risiko für klinische und endoskopische Rückfälle in den folgenden 6-12 Monaten verbunden war (RR 1,60).3 Bei rektalem 5-ASA ist der Effekt noch ausgeprägter: Nach Beendigung der Therapie war das Rezidivrisiko innerhalb von 12 Monaten mehr als doppelt so hoch (RR 2,03).3 Zur Optimierung der Therapie gehört die Wahl der höchstmöglichen Dosis bei möglichst einfachem Behandlungsschema, um die Therapietreue und die Behandlungsergebnisse zu verbessern.4
Weitere Informationen: https://colitis-ulcerosa-info.de/
Quellen:
- Blumenstein I et al. Aktualisierte S3-Leitlinie Colitis ulcerosa (Version 7.0); Stand November 2025 – AWMF-Registriernummer:021-009.
- Raine T et al. J Crohns Colitis 2022; 16(1):2-17.
- Arzivian A et al. Inflamm Bowel Dis 2026; 32(4):661-676.
- Schnoy E et al. Z Gastroenterol 2025; 63(10):1053-1067.
- Kato S et al. Digestion 2018; 97(1):59-63.
- Tillotts Pharma: Fachinformationen ASACOL®.
- Kirchgessner J et al. Inflamm Intest Dis 2025; 10(1):214-223.
- Lauer-Taxe, Stand 06/2026.
- D’Haens G et al. Aliment Pharmacol Ther 2017; 46:292–302.
- D’Haens G et al. Inflamm Intest Dis 2023; 8(2):51–59.
- Varum F et al. Int J Pharm 2022;625:122055.
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Abb. 1: Post-hoc Analyse der Zulassungsstudie für ASACOL® 1600 mg9,10: Im dunkelblauen Arm sind die Patienten dargestellt, die auf 3,2 g orales Mesalazin nach 8-12 Wochen noch nicht ausreichend angesprochen hatten (n=199 von 817). Ihre Dosis wurde von 2 auf 3 Tabletten (4800 mg/d) erhöht. Nach 38 Wochen zeigten mehr als ¾ der Patienten (78,4%) ein ausreichendes klinisches Ansprechen. Fast jeder dritte Patient (29,6%) hatte eine klinische und endoskopische Remission erreicht. Trotz der Dosiserhöhung auf 4,8 g pro Tag gab es nicht mehr Nebenwirkungen für die Patienten.9,10 Grafik: Tillotts. Zum Download.